Wasserfallsteig Bad Urach

Wildromantische Wanderung im UNESCO-Biosphärenreservat Schwäbische Alb

Fotos und Text © Michael Metzger, 2022.

Für die vorgestellte Wanderung führt der Weg zunächst nach Bad Urach im Landkreis Reutlingen am Fuße der Schwäbischen Alb. Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und Heilbad. Hier wartet der „Wasserfallsteig“, der im Jahr 2016 vom Wandermagazin als Deutschland schönster Wanderweg ausgezeichnet wurde.

Es bietet sich an, die Wanderung an der Bahnhaltestelle „Bad Urach Wasserfall“ oder am ganz in der Nähe gelegenen Wanderparkplatz „Uracher Wasserfälle“ zu beginnen. Der Wanderweg ist ab beiden Startpunkten sehr gut ausgeschildert. Ich starte an der Bahnhaltestelle.

Kurz nach dem Start passiere ich eine fruchtbare Erdbeerplantage, von der ein wohltuender, süßlicher Duft ausgeht. Bald darauf erreicht der Weg den Brühlbach, aus dem sich der Wasserfall speist. Nach einigen Minuten Spaziergang entlang des Baches erreiche ich den Fuß des Anstiegs zum Uracher Wasserfall.

Nun beginnt mit dem Aufstieg zum Wasserfall der sportliche Teil der Wanderung. Ein schmaler, stellenweise mit Stufen ausgestattener Pfad führt bergauf durch den Wald bis fast direkt an die Seite des Wasserfalls. Dieser ist bereits während des Aufstiegs immer wieder gut sichtbar. Den sehenswerten Anblick kann ich nahezu ungestört genießen, da an diesem Tag nur wenige Besucher unterwegs sind.

Auf dem Weg zum Uracher Wasserfall

Noch ein kurzer Anstieg und ich habe es geschafft: Ich erreiche ein Plateau, auf das der Wasserfall trifft, der aus einer Höhe von 37 m hinabstürzt. Hier habe ich die Möglichkeit, das Zur-Erde-Fallen des Wassers aus der Nähe zu betrachten:

Die Schönheit des Ortes lädt zum Verweilen ein. Doch die Wanderung hat erst begonnen. Als nächstes folge ich einem schmalen Pfad durch den Wald bis zur Felskante, von der sich der Wasserfall ergießt. Vor mir tut sich eine wunderschöne Aussicht auf. Ich erkenne die auf einem Gipfel gelegene Burgruine Hohenurach und das dahinter liegende Bad Urach in der Ferne:

Oberhalb des Uracher Wasserfalls mit Blick auf die Burgruine Hohenurach

Wenige Meter vom Wasserfall entfernt, befindet sich die Wasserfallhütte, die während der Öffnungszeiten meines Wissens Speisen und Getränke anbietet. An diesem Tag scheint die Hütte geschlossen. Doch auf den Sitzbänken davor rasten vereinzelte Wanderer, da man sich, wie es scheint, dennoch mit Getränken selbst versorgen kann. Da die Wanderung noch nicht lange dauert, lege ich hier jedoch keine Pause ein, sondern wandere weiter.

An diesem meist wolkenverhangenen Tag sind die wildromantischen Pfade durch den dichten Wald verlassen. Immer wieder gehe ich an markanten Felsen vorbei. Bei einer dieser Gelegenheiten sagt mir mein Gefühl, dass es sich lohnen könnte, den Weg zu verlassen und einen unscheinbaren Felsen am Wegesrand zu erklimmen. Tatsächlich gelange ich auf kleines Felsplateau, wo ich mich bei ausgezeichneter Aussicht gemütlich niederlasse.

Panoramablick

Nach einer kurzen Verschnaufpause setze ich die Wanderung fort. Bald ändert sich die Umgebung. Ich erreiche nun die Albhochfläche und gehe zunächst über freies Feld. Dabei stoße ich auf das folgende malerische Motiv:

Blumenwiese auf dem Wasserfallsteig

Von hier ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Rutschenfelsen, von welchem sich erneut ein beeindruckender Blick zur Burgruine Hohenurach eröffnet. Am Rutschenfelsen sind Bänke aufgestellt, so dass der Ort sich wunderbar für eine Rast eignet. Von hier ist sogar die Burg Hohenneuffen in der Ferne schemenhaft zu erkennen, über die ich bereits an anderer Stelle berichtet habe (vgl. https://ortderkraft.wordpress.com/2022/05/01/burg-hohenneuffen/).

Aussicht vom Rutschenfelsen

Kurz darauf beginnt der Abstieg ins Tal. Der Weg macht nun einen Schwenk in Richtung Bad Urach. Doch bevor der Ausgangspunkt erreicht wird, führt er an einem weiteren Höhepunkt der Wanderung vorbei.

Nachdem ich einige Minuten auf ausgetretenen, schmalen Waldwegen abgestiegen bin, erreiche ich den Gütersteiner Wasserfall. Dieser ist durch ein künstlich angelegtes Becken zweigeteilt. An diesem Becken raste ich nochmals kurz und genieße die fast feierliche Stille an diesem hübschen Ort.

Von hier strömt das Wasser in dünnem Rinnsal über eine Felsnase, bevor es vom Fels hinabfließt:

Wenig später verlässt der Wasserfallsteig den Wald und führt nun an Streuobstwiesen vorbei über das offene Feld. Erneut passiere ich die Erdbeerplantage mit ihrem verführerischen Duft und gelange schließlich zurück in die Nähe des Ausgangspunktes.

Nahe des bereits erwähnten Wanderparkplatzes liegt eine Gaststätte – das Maisentalstüble. Dieses verfügt über einen großen Biergarten und bietet sich daher bei angenehmen Temperaturen und trockenem Wetter an, um zum Abschluss der Wanderung gemütlich einzukehren. Bevor ich mich auf den Heimweg begebe, mache ich also noch einen kurzen Abstecher in den Biergarten und lasse die Erlebnisse dieser eindrucksvollen Wanderung in Ruhe nachwirken.


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Ein Kommentar zu “Wasserfallsteig Bad Urach

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