Der Pfänder

„Hausberg“ von Bregenz am östlichen Bodensee

Nicht weit entfernt vom Bregenzer Hafen, am östlichen Bodenseeufer, liegt der 1064m hohe Berg Pfänder. Er ist am westlichen Rand der Allgäuer Alpen gelegen und stellt ein beliebtes Ausflugsziel in der Region um den östlichen Bodensee dar. Auf den Gipfel des Pfänder kann man bequem mit der Pfänderbahn gelangen, einer Seilbahn, die regelmäßig vom Zentrum von Bregenz aus verkehrt. Alternativ besteht die Möglichkeit, den Gipfel auf einer von mehreren Routen zu erwandern, die sich von Bregenz aus eröffnen.

Ich entscheide mich für eine ausgedehnte Wanderung, um nicht nur den Bereich um den Pfändergipfel, sondern auch die umliegende Berggegend zu erkunden. Zunächst durchquere ich daher die Innenstadt von Bregenz auf dem Weg zum ersten Etappenziel – dem südwestlich des Pfänder gelegenen Gebhardsberg. Nicht weit entfernt vom Bregenzer Hafen steigt der Weg an und führt durch die Stadt hindurch bis zur Vorarlberger Landesbibliothek am Stadtrand.

Nun verläuft der Pfad überwiegend durch vielfältigen Wald. Besonders die Höhe der rings um den Wanderweg stehenden Bäume sticht ins Auge. Einzelne Baumexemplare sind über 40m hoch. Nach einigen Minuten Anstieg durch den angenehm ruhigen Wald, führt der Weg an der Burgruine Hohenbregenz und dem Aussichtspunkt Gebhardsberg vorbei. Ein kurzer Abstecher zum Aussichtspunkt lohnt sich wegen der beeindruckenden Aussicht auf Stadt und Land:

Aussichtspunkt Gebhardsberg

Nachdem ich die Aussicht genoßen habe, besichtige ich das Gelände der Burgruine, bei der sich zudem eine Wallfahrtskapelle befindet, die ich allerdings nur von außen betrachte.

Anschließend steige ich weiter bergauf in Richtung Pfändergipfel. Dabei gehe ich auf auf einem an diesem Tag kaum frequentierten Wanderweg, der zunächst ausschließlich durch Wald verläuft. Auf diesem Stück der Strecke herrscht eine große Ruhe. Der Wald übt durch seine Vielfalt eine besondere Faszination aus, zumal die durch die Äste und Stämme dringenden Sonnenstrahlen in Verbindung mit Schnee und Eis, die sich mit zunehmender Höhe sammeln, für imposante Lichtspiele sorgt.

Der nächste Zwischenstopp ist der Aussichtspunkt Känzele, von dem aus verschneite Berggipfel in der Ferne zu erkennen sind.

Känzele

Ab dem Känzele folge ich dem beschilderten Weg bis zu dem kleinen Bergdorf Fluh. Am Ortseingang zweigt der Weg nach links zum Pfänder ab. Was die Höhenmeter angeht, ist bis zu diesem Punkt in etwa die Hälfte des Aufstiegs geschafft. Mit zunehmender Höhe sinken die Temperaturen, so dass von nun an die Wanderwege zu einem guten Teil noch mit Schnee bedeckt sind. Da sie nicht gestreut werden, erfordert das Gehen stellenweise zusätzliche Vorsicht und Kraft. Dafür bieten sich jedoch immer wieder schöne Fotomotive in der geradezu winterlichen Landschaft.

Ich erreiche eine Abzweigung, an der Wanderer zwischen der gelben und der roten Wanderroute zum Gipfel wählen können. Die rote Route ist dabei, den Zeitangaben auf den Schildern zufolge, die zeitaufwändigere. Da ich nicht in Eile bin, wähle ich diese Route. Das hat den Vorteil, dass hier kaum Spaziergänger und Wanderer unterwegs sind. Stellenweise liegt auf diesem Abschnitt zudem überraschend viel Schnee und der Weg, der durch teils dichten Wald und an mächtigen Felsformationen vorbeiführt, bietet ein eindrucksvolles Naturerlebnis.

Schließlich erreiche ich das Gasthaus Pfänderdohle unterhalb des Gipfels des Pfänder. Es ist auf dem folgenden Foto abgebildet, das allerdings erst auf dem Rückweg auf einer alternativen Route aufgenommen wurde.

Pfänderdohle, Pfänderbahnstation und Pfändergipfel

Von hier ist es nur noch ein kurzes Stück bis zur Gipfelstation der Pfänderbahn. Der Bodensee ist an der Station bereits zu sehen. Allerdings lässt sich aufgrund der etwas beeinträchtigten Sichtverhältnisse nur erahnen, in welch große Entfernung sich der See tatsächlich erstreckt.

Bodensee-Blick vom Pfänder

Noch bin ich hier aber nicht am Ziel angekommen. Es folgt ein letzter, kurzer Aufstieg zum Gipfel des Pfänder auf 1064m. Der höchste Punkt wird durch eine Figur des Christus am Kreuz gekennzeichnet. Die letzten Meter sind eine Herausforderung, da der Weg fast vollständig vereist ist. Ausreichenden Halt geben jedoch die Geländer am Rand des Weges, an denen sich die Gipfelbesucher dankbar entlanghangeln.

In Gipfelnähe steht auch ein markanter und weithin sichtbarer Sendeturm. Darüberhinaus finden sich beim Gipfel mehrere Gasthäuser, die Möglichkeiten zur Rast und Einkehr bieten. Außerdem liegen auf dem Gebiet um den Gipfel einige private Hütten.

Nach einer Mittagspause auf dem Gipfel sehe ich mich noch etwas um. Hinter dem im Gipfelbereich gelegenen Gasthaus Schwedenschanz führt ein schmaler Pfad abwärts. Nach wenigen Metern erreiche ich auf diesem die kleine Theresienkapelle. Es handelt sich um eine privat gestiftete Kapelle, die heute von einem Verein erhalten wird. Ich besichtige die Kapelle, die an diesem Tag geöffnet ist, und die ich als stillen Ort der Versenkung erlebe.

Theresienkapelle am Pfänder

Anschließend gehe ich zurück zum Pfändergipfel. Dort nehme ich noch ein paar Fotos auf, da die Sonne gerade durch die Wolkendecke bricht und die schneebedeckte Landschaft in warmes Licht taucht. Dann steige ich hinunter zur Pfänderbahnstation und von dort nach kurzem Fotostopp zur Pfänderdohle.

Ich entscheide mich, auf dem Rückweg einen anderen Weg zu gehen als auf dem Hinweg. Wieder führt dieser durch malerische Waldstücke. Bis nach Fluh ist der Weg noch recht belebt. Ab Fluh begegnen mir beim Abstieg nach Bregenz jedoch nur noch wenige Wanderer und Spaziergänger, während ich auf schönen und schneefreien Waldwegen unterwegs bin.

Der Weg führt mündet schließlich in Bregenz und führt an der Bregenzer Oberstadt vorbei zur Sankt-Gallus-Kirche. Nach einer kurzen Besichtigung gehe ich durch die Bregenzer Innenstadt zum Hafen von Bregenz, um dem Ufer des Bodensee einen obligatorischen Besuch abzustatten. Mittlerweile ist der Himmel nahezu vollständig blau und die Nachmittagssonne strahlt vom Himmel. Eine Zeit lang sitze ich noch am Wasser, lausche dem Geschrei der Möwen und dem Geräusch der Wellen, die der Wind gegen das Ufer drückt.

Bodensee, Bregenz

Bilder und Text © Michael Metzger, 2022. Alle Rechte vorbehalten.

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