„Kaltes Feld Weg“ Wanderung

Durch den Deutschen Wanderverband zertifizierter Qualitätsweg im Ostalbkreis.

Bei strahlendem Sonnenschein startet die Tour morgens an der St. Martin Kirche in Lauterstein an der Grenze des Ostalbkreises, am Fuße des Galgenberges. In den nach offiziellen Angaben ca. 15 km langen Wanderweg werde ich jedoch erst beim Galgenbergkreuz auf dem Galgenberg einsteigen, wo die Strecke entlangführt. Der „Kalte Feld Weg“ ist ein vom Deutschen Wanderverband zertifizierter Rundweg, der sich im Lauf der nächsten Stunden als sehr abwechslungsreich und landschaftlich reizvoll herausstellen wird.

Zunächst muss ich noch von Lauterstein auf den Galgenberg wandern, bevor der ausgeschilderte Rundweg beginnen kann. Der gut 20 Minuten dauernde Aufstieg zum Galgenbergkreuz stellt bereits die erste kleine, sportliche Herausforderung dar, was nicht zuletzt an den suboptimalen Bodenverhältnissen liegt, die das Resultat von Schneeschmelze sind. Für diese erste körperliche Anstrengung auf der Wanderung werde ich mit einem großartigen Blick auf das Lautertal und den Albtrauf belohnt. Sogar der Hohenstaufen ist aufgrund der ausgezeichneten Sichtverhältnisse in der Ferne auszumachen.

Nun beginnt die eigentliche Tour, die mich mehrere Stunden später erneut auf den Galgenberg führen wird. Auf teils schmalen und noch verschneiten oder matschigen Pfaden geht es zunächst eher langsam voran. Der Weg führt in Richtung der Hochebene des Kalten Feldes – mit ca. 781 m über dem Meeresspiegel der höchste Punkt der Wanderung und zugleich die höchste Erhebung in der Gegend.

Je höher ich steige, desto mehr Schnee liegt noch. Auf der Hochebene ist der Boden zumeist komplett schneebedeckt. Der Schnee ist allerdings durch den Temperaturanstieg der vergangenen Tage bereits sehr weich geworden, was für rutschigen Untergrund sorgt. Dadurch kostet das Gehen zusätzliche Kraft, da die Füße kaum ganz festen Halt finden. Zum Glück habe ich meine Wanderstöcke dabei. Auf der Strecke zwischen Galgenberg und Kaltes Feld komme ich an der Skischanze Degenfeld vorüber:

Skischanze Degenfeld

Es geht weiter über Felder, Wiesen und durch Waldstücke bis zum Franz Keller Haus, das eine idyllisch gelegene Einkehrmöglichkeit bietet. Da ich jedoch noch nicht lange unterwegs bin, lege ich hier keine Pause ein. Allerdings weiß ich auch nicht, ob das Haus an diesem Tag überhaupt geöffnet gehabt hätte. Nur wenige Minuten später erreiche ich bereits die nächste Hütte, die zum Verweilen einlädt – das urig anmutende Knörzerhaus.

Knörzerhaus, Schwäbisch Gmünd

Hier schieße ich jedoch nur kurz Fotos und wandere anschließend weiter. Vom Knörzerhaus führt die Strecke bergab zum Flugplatz Hornberg. Nach einem Abstieg durch eine schneebedeckte Landschaft auf ca. 698 m über dem Meeresspiegel, passiere ich das Hornberg-Hostel und den Flugplatz.

Flugplatz Hornberg, Schwäbisch Gmünd

Von hier sind es nur wenige Gehminuten bis zum Aussichtspunkt Drei-Kaiserberge-Blick, der eine an diesem Tag glücklicherweise ungetrübte und damit umso beeindruckendere Aussicht auf die Drei-Kaiserberge – Stuifen, Rechberg und Hohenstaufen- ermöglicht.

Drei-Kaiserberge – Hohenstaufen (Mitte), Rechberg (rechts) und Stuifen

Nach dieser eindrucksvollen Station biegt der Weg in Richtung Osten ab. Es geht weiter zum Wanderparkplatz Furtlepass, der gerne als Start- und Endpunkt für den Rundweg empfohlen wird. Zuerst komme ich allerdings an einem gemütlichen Grillplatz vorbei. Zwar habe ich weder Grillgut bei mir, noch die Möglichkeit, ein Feuer zu entzünden, doch eignet sich dieser Platz dennoch bestens für eine wohlverdiente Pause. Die Sonne scheint genau auf eine einladende Bank mit freier Aussicht auf den westlichen Rand des Albtrauf und das angrenzende Tal.

Ausgeruht und gestärkt mache ich mich wieder auf den Weg. Ich lasse den Furtlepass hinter mir und laufe am Waldrand entlang in Richtung Degenfeld. Auf diesem Stück der Tour verpasse ich wohl eine Abzweigung. Eigentlich soll der Weg auf den bis zu ca. 779 m über den Meeresspiegel aufragenden Bernhardus führen. Doch irgendwann nehme ich keine Markierungen am Wegesrand mehr wahr.

Da ich jedoch weiß, dass der Kaltes Feld Weg über Degenfeld führt, beschließe ich, nicht umzukehren und den gekennzeichneten Weg zu suchen, sondern auf eigene Faust in den Ort zu laufen. Das gelingt ohne besondere Schwierigkeiten oder Umwege, da ich mich immer entlang des Bergrückens, parallel zum Tal, halte. Da dieAlternativroute mich im Gegensatz zum offiziellen Weg fast der kompletten Länge nach durch Degenfeld hindurchführt, kann ich sogar einige zusätzliche Eindrücke von der hübschen, kleinen Ortschaft sammeln. Schließlich gelange ich in Degenfeld auch wieder auf die markierte Strecke.

Aufgrund der Kilometeranzeige meiner Laufuhr vermute ich, dass ich etwa 1,5 km an Strecke abgekürzt und mir sicherlich durch den entgangenen Besuch auf dem Bernhardus auch den ein oder anderen Höhenmeter gespart habe. Hier meldet sich leise der sportliche Ehrgeiz: Gerne wäre ich die komplette Strecke gewandert. Auch trauere ich der verpassten Aussicht vom Bernhardus etwas nach. Allerdings zeigt die Uhr gelegentlich weniger Kilometer an als offiziell angegeben sind, so dass die Diskrepanz womöglich kleiner als geschätzt ist. Zudem muss ich noch ein zweites Mal auf den Galgenberg hochsteigen und von dort zurück nach Lauterstein gehen, so dass ohnehin noch mehrere Extra-Kilometer hinzukommen sollen.

Ich verlasse also Degenfeld auf dem gekennzeichneten Weg. Bald habe ich den Wald erreicht und muss nun den letzten Aufstieg des Tages bewältigen. Nach dem dies erfolgreich geschafft ist, folge ich einem relativ ebenen Weg in der Nähe der Kreuzberghütte. Auf diesem erreiche ich in wenigen Minuten das Galgenbergkreuz – den Ort, an dem ich den Kaltes Feld Weg begonnen habe. Unterwegs genieße ich die hübsche Aussicht auf Weißenstein:

Weißenstein, Lauterstein

Am Galgenbergkreuz endet der Kalte Feld Weg für mich am Punkt, an dem ich in den Rundweg eingestiegen bin. Nach einer entspannten Pause in der Nachmittagssonne, steige ich schließlich hinunter ins Tal. Dort besichtige ich zum Abschluss die St. Martin Kirche, bevor ich mich auf den Heimweg mache. Die Tour habe ich als sehr abwechslungsreich und landschaftlich reizvoll empfunden. Wenn es sich einrichten lässt, werde ich den Kaltes Feld Weg nochmals im Frühling, Sommer oder Herbst laufen, wenn der Untergrund etwas fester ist.


Bilder und Text © Michael Metzger, 2022. Alle Rechte vorbehalten.

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das: