Von Burg Teck zum Breitenstein

Eine abwechslungsreiche Wanderung am Rand der Schwäbischen Alb.


Die Wanderung beginnt in der kleinen Stadt Owen (gesprochen „Auen“) am Fuße der Teck. Dort folge ich dem Schwäbische Alb-Nordrand-Weg (HW 1), der durch ein rotes Dreiecke gekennzeichnet ist. Zunächst steigt der Weg nur moderat an. Die Burg Teck ist dabei von unten zu sehen.

Blick zur Burg Teck vom Ortsrand von Owen

Der Weg führt dann durch den Wald, der die Burg umgibt. Hier nimmt der Anstieg deutlich zu und das Gehen auf den mit Wurzelwerk durchzogenen Pfaden erfordert neben Kondition auch Trittsicherheit. Kurz vor der Burg Teck mündet der Weg auf einen gekiesten, relativ breiten Waldweg, der bis zum Eingang der Burg auf 775m Höhe gelegenen Burg führt.

Vor dem Eingang der Burg Teck

Bevor ich die Burg betrete, folge ich einem schmalen Pfad, der vor dem Eingang abzweigt und zur sagenumwobenen Sibyllenhöhle (auch „Sibyllenloch“), unterhalb der Westmauer der Burg, führt. Für die Begehung der Höhle wird eine Beleuchtung benötigt, da ins Innere kaum Licht fällt.

Nach dem Besuch der Höhle, betrete ich den Burghof. Das Gelände ist heute im Besitz des Schwäbischen Albvereins, der in der Burganlage ein Wanderheim unterhält. Die Burg dient zudem auch als Veranstaltungsort und beherbergt Gastronomie. Bänke und Tische im Burghof laden darüberhinaus zum gemütlichen Verweilen ein.

Burghof der Burg Teck – Blick auf Turm und Wanderheim

Von der westlichen Burgmauer bietet sich ein beeindruckender Weitblick auf das Albvorland und die Region um Kirchheim und Esslingen, bis hin nach Stuttgart. Von der Ostseite sind in der Ferne sogar die Drei-Kaiserberge zu erkennen.

Nach einer Besichtigung des Burggeländes folge ich dem eingeschlagenen Wanderweg HW 1 und gelange wenig später zum Gelben Fels. Es handelt sich um eine massive Felsformation, die aus dem Tal von Weitem zu erkennen ist. Hier bietet sich erneut ein sehr sehenswerter Ausblick.

Ausblick vom Gelben Fels

Beim Gelben Fels verlasse ich die Route, um einen Abstecher zur Viktoriahöhle zu unternehmen, die unterhalb der Felsformation zu finden ist. Über einen abschüssigen Trampelpfad erreiche ich die Höhle, die wenige Meter oberhalb des Weges gelegen und vor Blicken verborgen ist.

Ich steige zum Eingangsbereich der Höhle empor und entdecke als Erstes eine sauber hergerichtete Feuerstelle. Direkt daneben sind sogar mehrere Holzscheite an der Felswand angelagert. Dann betrete ich den schmalen Eingang zur Höhle. Direkt hinter dem Zugang entdecke ich einen kleinen Raum. Von diesem führt eine Öffnung tiefer in den Fels hinein. Auf der rechten Seite, hinter der Öffnung, stoße ich auf eine Art gewundene „Treppe“ aus Felsblöcken, die im Inneren des Felsens weiter nach oben führt. Ich folge der „Treppe“ um eine Biegung und stelle fest, dass sie in einen kleineren Raum führt. Soweit ich das im spärlichen Schein meiner Beleuchtung erkennen kann, führt von hier kein Weg mehr weiter, so dass nur die Umkehr bleibt.

Nachdem ich die Höhle erkundet habe, kehre ich zurück zum Gelben Felsen. Ich folge weiter dem roten Dreieck des Wanderweges HW 1. Da die Temperaturen kürzlich merklich gestiegen sind und vor wenigen Tagen noch Schnee lag, ist der Pfad sehr schlammig. Es erfordert eine gewisse Trittsicherheit und Aufmerksamkeit, den Boden nicht unter den Füßen zu verlieren. Der rutschige Untergrund führt außerdem zu einem verlangsamten Wandertempo bei gestiegenem Kraftaufwand.

In einer Senke zwischen Burg Teck und Breitenstein erreiche ich eine Weggabelung. Ich folge dem HW 1 und schon nach wenigen Metern steigt der Weg wieder durch den Wald an. Es ist der Aufstieg zur Ruine Rauber, einer mystisch anmutenden Burgruine, von der aus man auf die Burg Teck hinüberblickt.

Kurz nach der Ruine Rauber führt der Weg an einem kleinen Friedhof vorbei, an dem sich eine Abzweigung befindet. Hält man sich links, geht man auf kürzestem Weg weiter in Richtung Breitenstein. Rechts befindet sich eine kleine Siedlung mit dem Freizeitheim Diepoldsburg. Ich entscheide mich für den kürzeren Weg, auch wenn ein Schild warnt, dass dieser nur schwer begehbar sei.

Tatsächlich entpuppt sich der Weg als herausfordernd, da er sehr schmal und kaum befestigt ist. Dies wäre im Sommer sicher kein besonderes Problem. Doch durch die Witterung ist der erdige Untergrund sehr rutschig, zumal an vielen Stellen auch noch Eis liegt, das bereits am Auftauen ist und damit die Rutschgefahr noch erhöht.

Schließlich mündet der schmale Trampelpfad in eine Landstraße ein. Ab hier habe ich wieder festeren Boden unter den Füßen. Über eine kleine Anhöhe, auf der sich auf ca. 810m der Aussichtspunkt Bühl befindet, gelange ich in die kleine Ortschaft Ochsenwang, wo der Weg am Mörikehaus vorbeiführt, dem ehemaligen Wohnhaus des Dichters und Schriftstellers Eduard Mörike.

Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Breitenstein, einem Felsplateau mit spektakulärer Aussicht. Neben der Burg Teck und dem Albtrauf, erkenne ich von hier auch die Drei-Kaiserberge. Vor mir liegt die ganze Region um Esslingen am Neckar.

Der Breitenstein ist der Umkehrpunkt auf dieser Wanderung. Über Ochsenwang gehe ich auf dem HW 1 in Gegenrichtung zurück. Auf dem Rückweg laufe ich durch die Siedlung Diepoldsburg statt durch auf dem kürzeren, aber beschwerlicheren Pfad durch den Wald.

Da ich nicht auf demselben Weg zurückgehen möchte, auf dem ich gekommen bin, laufe ich nun in Richtung Oberlenningen statt nach Owen. Zunächst komme ich am Engelhof vorbei. Dann führt der Weg zum letzten Aussichtspunkt auf der Tour – dem Mittagsfelsen – der oberhalb von Oberlenningen am Hang thront.

Vom Mittagsfelsen folge ich schließlich ein Stück dem Albtrauf, bis der Weg den Berg hinabführt und nach einem zwar teils recht steilen, aber nicht lange dauernden Abstieg unweit des Bahnhofs in den Ort Oberlenningen einmündet. Hier endet diese sehr abwechslungsreiche und eindrucksvolle Wanderung.


Bilder und Text © Michael Metzger, 2022. Alle Rechte vorbehalten.

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