Kloster Disibodenberg

Ein mystischer Ort zwischen Nahe und Glan.

Verfallenes Gemäuer – Kloster Disibodenberg

Bei der Klosterruine Disibodenberg handelt es sich um die Überreste eines ehemaligen Klosters, dessen Geschichte in enger Verbindung mit dem Leben der Hl. Hildegard von Bingen steht. Die Ruine befindet sich auf dem Disibodenberg, einer Anhöhe bei Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz) in malerischer Umgebung, gesäumt von Feldern, Bäumen und Weinreben.

Ich wandere vom Bahnhof Staudernheim zur Klosterruine. Von dort ist es ein relativ kurzer Spaziergang. Bereits wenige Minuten nach dem Start überquere ich eine Brücke über den Fluß Nahe. Der Weg führt wenig später auch an einem Garten vorbei, in dem mehrere Ziegen grasen, als ich einer wenig befahrenen Straße bis zum Parkplatz vor dem Museum folge, das zugleich Eingang zum Bereich des ehemaligen Klosters ist. Gegen Zahlung einer geringen Gebühr, darf das Drehkreuz am Eingang passiert werden. Ein sanft ansteigender Weg führt hinauf zur Klosterruine.

An einer Weggabelung entscheide ich mich, nach rechts auf den Meditationsweg abzubiegen. Hier sind im Abstand von wenigen Metern Texttafeln angebracht, auf denen jeweils ein Bibelzitat zu lesen ist, das von einem Ausspruch der Hl. Hildegard von Bingen begleitet wird.

Texttafel auf dem Meditationsweg

Das Gelände des ehemaligen Klosters ist weitläufig. Es befindet sich auf der Spitze des Disibodenbergs. Mehrere Gemäuer sind vergleichsweise gut erhalten und noch als solche zu erkennen. Größtenteils besteht die Anlage jedoch aus Mauerresten, die durch schmale Wege miteinander verbunden sind. Der ganze Bereich ist von hochgewachsenen Bäumen gesäumt und durchzogen.

Gemäuer auf dem Disibodenberg

Im Bereich der Klosterruine herrscht eine außergewöhnlich ruhige und friedliche Stimmung, die ich fast als andächtig empfinde. Der Ort verströmt eine mystische Atmosphäre, die dazu einlädt, in Stille zu verweilen. So kann der Besucher beispielsweise das im Folgenden gezeigte Labyrinth durchschreiten.

Labyrinth auf dem Gelände der Klosterruine

Am Rande des Geländes, mit Blick auf die an den Disibodenberg angrenzenden Weinberge, befindet sich die in jüngerer Zeit errichtete Hildegardis-Kapelle. Sie ist frei zugänglich und kann zu den Besuchszeiten der Klosterruine betreten werden.

Hildegardis-Kapelle auf dem Disibodenberg

Die Kapelle ist sparsam eingerichtet. Neben einem kleinen, schlicht gehaltenen Altar, gehören lediglich mehrere gepolsterte Sitzschemel, die links und rechts vom Eingang an der Wand mit Blick zum Altar positioniert sind, sowie Kerzen, die in den Ecken des Raumes für Licht sorgen, zum Inventar des kleinen Gebäudes. Auch wenn man hier vergeblich nach aufwändig gefertigten, prunkvollen Zeichen der Gottesverehrung sucht, wie sie oft in Kirchen oder Kathedralen zu sehen sind, lohnt sich der Besuch an diesem besonderen Ort der Stille und Kontemplation. In der kleinen Kapelle liegen mehrere Broschüren mit kurzen religiösen und spirituellen Texten zur Lektüre für Besucher aus. Außen an der Kapelle ist eine Tafel mit einer Fürbitte angebracht, die sich an die christlichen Mönche und Nonnen richtet, die zu zentralen Figuren in der Geschichte des Disibodenberges und des ehemaligen Klosters wurden.

Tafel an der Hildegardis-Kapelle

Von der Hildegardis-Kapelle bietet sich ein Blick auf Weinreben und die angrenzenden Hügel. Ein Feldweg führt an den Weinreben entlang hinunter vom Disibodenberg. Dieser Weg führt auch zurück zum Eingang und zum Museum, sowie zu einem in dessen unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Gehöft.

Ausblick vom Disibodenberg

Ich entscheide mich, auf dem Rückweg nach Staudernheim eine andere Strecke zu nehmen als auf dem Hinweg. Dazu biege ich bereits vor dem Parkplatz des Klosters in Richtung der Nahe ab, überquere diese und wandere einige Hundert Meter auf einem Feldweg bis ich eine Bahnlinie erreiche. Dieser folge ich bis nach Staudernheim zum Bahnhof, wo der Ausflug endet.

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