Weggabelung

Rondane Nationalpark Norwegen
Eine Kreuzung, viele Wege,
neue Richtung, Ziele, Pläne,
Denkmäler, schwarze Schwäne,
Hügel, Täler und Lichtung,
Erfahrung, Wälder und Dichtung.

So steht der Wandler vor der Entscheidung.
Sein weiterer Weg wohl ungewiss.
Die innere Stimme schwankt: Ein Teil ruft zur Beeilung,
der andre Teil zur Umkehr, jetzt wo er ins Trübe blickt.

Er fragt und spekuliert und weiß doch nicht, wohin der Weg führt.
Seine Richtung zu wählen, ein Privileg, das nur ihm allein gebührt.
Ist er unterwegs auf einem Weg, bleiben alle andren Pfade verschlossen,
der Schleier lüftet sich erst allmählich, ist er einmal aufgebrochen.

Da kommt ihm ein Gedanke: Alle Wege sind in gewisser Hinsicht gleich.
Sie führen zu einem Ziel, das er noch nicht kennt,
das er vielleicht auch nie erreicht.
So ist der Verdacht, der sich aufdrängt, 
der aus tiefster Seele ihn beschleicht.

Er erkennt: Es hilft nicht, wenn er wartet und zögert und zaudert,
mit anderen Wanderern über deren Wanderungen plaudert.
Er muss einen Weg wählen und diesen selbst begehen.
Denn der Sinn seiner Reise mag womöglich auf diesem Weg entstehen.

Bild und Text © Michael Metzger, 2021. Alle Rechte vorbehalten.

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